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Helmut Branny

Hinter dem Namen Helmut Branny steht ein „Temperamentmusiker“. Ein „Magier vor seinen Musikern“, der es zudem „meisterhaft versteht, die sensibelsten Impulse zu setzen“ (Sächsische Zeitung). Zugleich ist dies nur eine Facette, die den Dirigenten und Kontrabassisten in seiner künstlerischen Arbeit prägt. Helmut Branny ist Mitglied der Sächsischen Staatskapelle, Musikalischer Leiter der Dresdner Kapellsolisten und der Cappella Musica Dresden, zudem ‚Forscher und Entdecker’. Seit langem beschäftigt er sich mit Fragen des werkgetreuen Umgangs und der Aufführungspraxis Alter Musik. Sein Ziel ist es, die sprachlichen und gestischen Elemente des barocken, klassischen und romantischen Musikerbes zu einer lebendigen Klangrede zu bringen. Die Suche nach der musikalischen Wahrheit ist für ihn, neben intensivem Partiturstudium, auch eine tiefe Auseinandersetzung mit geistigen Hintergründen und musikalischem Zeitgeist. Mit philosophischem Feingefühl und detektivischem Gespür versetzt sich Helmut Branny in die Komponisten hinein, um ihre Werke im Kern zu erfassen.

Mit den 1994 entstandenen Dresdner Kapellsolisten bringt Helmut Branny diese musikalischen Intentionen im In- und Ausland zu Gehör. Als ‚Primus inter pares’ leitet er den Klangkörper seit seinem Gründungsjahr. Die Dresdner Kapellsolisten setzen sich hauptsächlich aus Mitgliedern der international renommierten Sächsischen Staatskapelle zusammen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der lebendigen Interpretation des barocken, klassischen und romantischen Repertoires. Unter dem Dirigat Helmut Brannys gastiert das Orchester regelmäßig in wichtigen Konzertzentren Europas und Asiens – u. a. Berliner und Kölner Philharmonie, Mailänder Scala, Tokio und Osaka – sowie bei namhaften Festivals, z. B. Rheingau Musik-Festival, Bad Kissinger Sommer, MDR Musiksommer, Janáček-Festival in Ostrava. Mit vitalen Interpretationen ihres umfangreichen Repertoires überwinden Dirigent und Ensemble tradierte Hörgewohnheiten, begeistern mit einem spannungsvollen und Energie geladenen Musizierstil. Zahlreiche CD-Einspielungen belegen diese fruchtbare Zusammenarbeit.

Ebenfalls obliegt Helmut Branny die Leitung der 1995 gegründeten Cappella Musica Dresden. Als einer der Mitbegründer haben seine musikalischen Ideen und Ziele das  Ensemble maßgeblich geprägt. Die Cappella Musica widmet sich mit Begeisterung und Idealismus Musik verschiedener Genres und Stilepochen.

Aufgrund seiner besonderen Affinität zur Musik ist Helmut Branny ein begehrter Kammermusikpartner u. a. der Akademie für Alte Musik Berlin, des Freiburger Barockorchesters, der Mitteldeutschen Barocksolisten Leipzig, „Les Amis de Philippe“ Bremen. Eine künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn u. a. mit dem Cellisten und Leiter der Dresdner Musikfestspiele und des Moritzburg Festivals Jan Vogler und dem Dirigenten Peter Schreier.

Auch mit der zeitgenössischen Musik setzt sich Helmut Branny auseinander. So brachte er  z. B. Werke der Komponisten Rainer Lischka, Takashi Jashimatsu und Berthold Paul zur Uraufführung.

Trotz seiner regen Konzerttätigkeit im In- und Ausland ist der bei Dresden geborene Künstler auch mit seiner Heimat- und Studienstadt verknüpft. Neben seiner Mitgliedschaft in der Sächsischen Staatskapelle hat Helmut Branny an der Musikhochschule Carl Maria von Weber seit 1995 einen Lehrauftrag, seit 2003 eine Professur für Kammermusik inne. Sein Engagement für die Impulsgebenden Kulturzentren der Musikstadt führt ihn u. a. an die Frauenkirche, zu den Dresdner Musikfestspielen und dem Moritzburg Festival. Mit dem Dresdner Kreuzchor pflegen Helmut Branny und die Dresdner Kapellsolisten eine langjährige künstlerische Beziehung.

In der vergangenen Saison leitete er bei den Dresdner Musikfestspielen die Premiere des Musicals „Anatevka“ im Schauspielhaus Dresden.

Mit den Dresdner Kapellsolisten gastierte er sehr erfolgreich auf einer Tournee mit der Trompeterin Alison Balsom in Deutschland und Österreich, sowie zu Konzerten u.a. in der Kölner Philharmonie, im Schauspielhaus Berlin, beim Rheingau Musik Festival, beim Festival Mitte Europa und  Lausitzer Musiksommer.

Eine CD-Neuveröffentlichung (SONY VÖ: Juni 2010)  „My Tunes 2“ bekräftigt die Zusammenarbeit mit dem Cellisten Jan Vogler.

In der Saison 2010/11 steht er neben zahlreichen Konzerten u.a. bei den Händelfestspielen mit der konzertanten Aufführung der Oper „Teofane“ von Antonio Lotti am Pult seiner Dresdner Kapellsolisten.

Eine CD-Veröffentlichung mit Konzerten und Sinfonien von Haydn, Vanhal und Mozart steht bevor. Weitere Einspielungen sind geplant.

Für die Aufnahme „Weichet nur, betrübte Schatten“ mit dem Bratschenvirtuosen Nils Mönkemeyer erhält Helmut Branny den Deutschen Musikpreis  „Echo Klassik 2010“.

 

Saison 2010/11